Geras einziger öffentlicher Trinkwasserbrunnen bleibt trocken – das ist der Grund

Nach einer Entscheidung der Kirchgemeinde bleibt Geras einziger öffentlicher Trinkwasserbrunnen trocken.

Marcel Hilbert

Das sollte auch dieses Jahr wieder so sein, sagt Robby Hüllner von der BI. „Für den Betrieb muss das Wasser zweimal im Jahr beprobt werden“, erklärt er. Doch beim Beprobungstermin vorm Start der Brunnensaison habe es die Überraschung gegeben: „Wir wurden nicht zum Wasserzähler in den Räumen der Kirche gelassen.“ Hier hatte man damals einen Unterzähler installiert, um das Wasser mit der Kirche abrechnen zu können. „Es kam jedes Jahr die Rechnung und wir haben sie jedes Jahr bezahlt“, sagt Robby Hüllner: „Der Kirche sind keine Kosten entstanden.“

Ein Zeichen gegen Wasserverschwendung

Erst mit dem verwehrten Zutritt habe die BI den Grund dafür erfahren: Der Gemeindekirchenrat hatte das einstimmig so beschlossen. „Der Antrag, der in den Gemeindekirchenrat getragen und nach Diskussion einstimmig beschlossen wurde, hatte zum Ziel, kein Trinkwasser mehr weglaufen zu lassen“, bestätigt Pfarrer Andreas Schaller.

Ein Zeichen gegen Wasserverschwendung, sagt Schaller, nach der Trockenheit im Vorjahr, die sich 2019 zu wiederholen droht. „Es geht um ein globales Zeichen, aber auch um ganz lokale Auswirkungen. So haben wir auf dem Friedhof in Aga enorme Schwierigkeiten mit dem Gießen, weil zu wenig Regen fällt“, sagt der Langenberger Pfarrer.

Ein Zusammenhang, den Robby Hüllner nicht nachvollziehen kann. „Wir reden über 4,5 Kubikmeter im Jahr, ein ganz dünner Strahl und der Brunnen schaltet nachts ab“, sagt er.

Doch Pfarrer Schaller betont, dass es nicht um die Menge ging: „Wir reden immer über unsere Verantwortung für die Schöpfung, hier übernehmen wir sie.“ Auch seien Leute deswegen auf die Kirche zugekommen.

Verhärtete Fronten

Aber: Als „großen Fehler“ und „schwerwiegendes Versäumnis“ räumt der Pfarrer ein, dass man nicht miteinander geredet habe, im Vorfeld. „Das hätten wir machen müssen.“ Dann aber fügt er etwas an, das auch Robby Hüllner als tieferliegenden Grund vermutet. Denn, so Schaller, den selben „Fehler“, nicht mit der anderen Seite zu reden, habe vor

Jahren die BI gemacht, als mit deren Initiative zur Neugestaltung des Pfarrplatzes die Parkplätze der Diakonie wegfielen, was laut Schaller letztlich auch ein Grund für den Auszug der Sozialstation 2018 gewesen sei.

Ob nun durch zwischenmenschliche Misstöne beeinflusst oder nicht, Schaller und Hüllner sehen „verhärtete Fronten“. Die hätten sich auch in einem Treffen im Nachhinein offenbart. „Ich kann die BI schon verstehen, sie ist sehr engagiert im Ort und hat dafür meine Hochachtung“, sagt der Pfarrer, der weiter Gesprächsbereitschaft signalisiert. Doch die BI arbeitet an einer Lösung ohne Kirche, wie auch eine neue Infotafel über dem Brunnen kündet. „Wir überlegen, mit Partnern einen eigenen Wasserzähler außerhalb der Kirchenräume zu bauen“, sagt Hüllner. Ein Vorschlag, den nun auch die Stadt Gera prüfen möchte. Geprüft wird aber derzeit noch etwas anderes, wie die Stadt auf unsere Nachfrage erklärt: Nämlich die rechtliche Frage, die die BI aufwirft. Der Brunnen ist städtisch, Unterhalt und Betreibung sind vertraglich zwischen der Stadt und der Bürgerinitiative geregelt. Darf also ein Dritter den Zugang zu technischen Anlagen eines städtischen Brunnens verwehren? Darf sich die Stadt dann nicht zwangsweise Zutritt verschaffen? Fragen, die geklärt werden sollen.

„Trotzdem verstehen wir das Ganze nicht: Die Kirche predigt immer das Gemeinsame, und dann sowas. Zumal wir der Gemeinde in der Vergangenheit immer und immer wieder geholfen haben.“ Das ist auch der Punkt, der Ortsteilbürgermeister Matthias Kirsch umtreibt. „Dass die BI und wir als Ortsteilrat nicht wenigstens vorher eingeweiht wurden, dafür habe ich kein Verständnis.“ Er wolle das Thema zur nächsten Ortsteilratssitzung am 13. August aufrufen und alle an einen Tisch holen. Schließlich leben ja weiterhin alle im gleichen „Haus“, im gleichen Ortsteil.

Meine Meinung:

Der Haus­segen hängt schief in Gera-Langenberg. Zwischen der Kirche und der Bürgerinitiative „Lebenswertes Langenberg“ ist offener Streit entbrannt. Grund ist Zwergenkönig Coryllis, der in diesem Jahr erstmals seit 2010 kein Trinkwasser spendet. Da war der „Coryllisbrunnen“ an der Zeitzer Straße unterhalb der Kirche nach trockenen Jahrzehnten von der BI wieder in Gang gesetzt und von ihr seither saisonal betrieben worden – als einziger öffentlicher Trinkwasserbrunnen der Stadt Gera.

Das sollte auch dieses Jahr wieder so sein, sagt Robby Hüllner von der BI. „Für den Betrieb muss das Wasser zweimal im Jahr beprobt werden“, erklärt er. Doch beim Beprobungstermin vorm Start der Brunnensaison habe es die Überraschung gegeben: „Wir wurden nicht zum Wasserzähler in den Räumen der Kirche gelassen.“ Hier hatte man damals einen Unterzähler installiert, um das Wasser mit der Kirche abrechnen zu können. „Es kam jedes Jahr die Rechnung und wir haben sie jedes Jahr bezahlt“, sagt Robby Hüllner: „Der Kirche sind keine Kosten entstanden.“

Ein Zeichen gegen Wasserverschwendung

Erst mit dem verwehrten Zutritt habe die BI den Grund dafür erfahren: Der Gemeindekirchenrat hatte das einstimmig so beschlossen. „Der Antrag, der in den Gemeindekirchenrat getragen und nach Diskussion einstimmig beschlossen wurde, hatte zum Ziel, kein Trinkwasser mehr weglaufen zu lassen“, bestätigt Pfarrer Andreas Schaller.

Ein Zeichen gegen Wasserverschwendung, sagt Schaller, nach der Trockenheit im Vorjahr, die sich 2019 zu wiederholen droht. „Es geht um ein globales Zeichen, aber auch um ganz lokale Auswirkungen. So haben wir auf dem Friedhof in Aga enorme Schwierigkeiten mit dem Gießen, weil zu wenig Regen fällt“, sagt der Langenberger Pfarrer.

Ein Zusammenhang, den Robby Hüllner nicht nachvollziehen kann. „Wir reden über 4,5 Kubikmeter im Jahr, ein ganz dünner Strahl und der Brunnen schaltet nachts ab“, sagt er.

Doch Pfarrer Schaller betont, dass es nicht um die Menge ging: „Wir reden immer über unsere Verantwortung für die Schöpfung, hier übernehmen wir sie.“ Auch seien Leute deswegen auf die Kirche zugekommen.

Verhärtete Fronten

Aber: Als „großen Fehler“ und „schwerwiegendes Versäumnis“ räumt der Pfarrer ein, dass man nicht miteinander geredet habe, im Vorfeld. „Das hätten wir machen müssen.“ Dann aber fügt er etwas an, das auch Robby Hüllner als tieferliegenden Grund vermutet. Denn, so Schaller, den selben „Fehler“, nicht mit der anderen Seite zu reden, habe vor

Jahren die BI gemacht, als mit deren Initiative zur Neugestaltung des Pfarrplatzes die Parkplätze der Diakonie wegfielen, was laut Schaller letztlich auch ein Grund für den Auszug der Sozialstation 2018 gewesen sei.

Ob nun durch zwischenmenschliche Misstöne beeinflusst oder nicht, Schaller und Hüllner sehen „verhärtete Fronten“. Die hätten sich auch in einem Treffen im Nachhinein offenbart. „Ich kann die BI schon verstehen, sie ist sehr engagiert im Ort und hat dafür meine Hochachtung“, sagt der Pfarrer, der weiter Gesprächsbereitschaft signalisiert. Doch die BI arbeitet an einer Lösung ohne Kirche, wie auch eine neue Infotafel über dem Brunnen kündet. „Wir überlegen, mit Partnern einen eigenen Wasserzähler außerhalb der Kirchenräume zu bauen“, sagt Hüllner. Ein Vorschlag, den nun auch die Stadt Gera prüfen möchte. Geprüft wird aber derzeit noch etwas anderes, wie die Stadt auf unsere Nachfrage erklärt: Nämlich die rechtliche Frage, die die BI aufwirft. Der Brunnen ist städtisch, Unterhalt und Betreibung sind vertraglich zwischen der Stadt und der Bürgerinitiative geregelt. Darf also ein Dritter den Zugang zu technischen Anlagen eines städtischen Brunnens verwehren? Darf sich die Stadt dann nicht zwangsweise Zutritt verschaffen? Fragen, die geklärt werden sollen.

„Trotzdem verstehen wir das Ganze nicht: Die Kirche predigt immer das Gemeinsame, und dann sowas. Zumal wir der Gemeinde in der Vergangenheit immer und immer wieder geholfen haben.“ Das ist auch der Punkt, der Ortsteilbürgermeister Matthias Kirsch umtreibt. „Dass die BI und wir als Ortsteilrat nicht wenigstens vorher eingeweiht wurden, dafür habe ich kein Verständnis.“ Er wolle das Thema zur nächsten Ortsteilratssitzung am 13. August aufrufen und alle an einen Tisch holen. Schließlich leben ja weiterhin alle im gleichen „Haus“, im gleichen Ortsteil.

Quelle: https://www.otz.de/regionen/gera/coryllisbrunnen-in-gera-langenberg-laesst-haussegen-schief-haengen-id226634691.html

Wir helfen aus: https://lindenapotheke-gera.de/einmal-auffuellen-bitte/

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